Prinzessinnengärten

Prinzessinnengärten

Eine soziale und ökologische urbane Landwirtschaft
Postleitzahl und Ort: 10997 Berlin
Bundesland: Berlin
Wir sind eine: Unternehmen
Organisation: Nomadisch Grün - gemeinnützige Gmbh
Jahr der Auszeichnung: 2011, 2012



Beschreibung:

Mit dem Ziel städtische Brachflächen in soziale und ökologische Landwirtschaften zu verwandeln, haben wir ein gemeinnütziges Unternehmen gegründet und in Form eines mobilen Gartens eine innovative Nutzungsmethode entwickelt. Der Anbau von Nahrungsmitteln in der Stadt dient uns zur Förderung der biologischen wie der sozialen Vielfalt und soll zum Aufbau einer zeitgemäßen Lernlandschaft im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung beitragen. Unser erstes Pilotvorhaben haben wir auf einer 6000 qm großen Brachfläche am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg zusammen mit der Nachbarschaft, Interessierten und Freunden aufgebaut. Hier im Zentrum der Stadt ist in nur einem Jahr mit dem Prinzessinnengarten ein Ort neuen urbanen Lebens, gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Lernen, der Entspannung und des Austauschs entstanden.

Was ist seit der letzten Bewerbung passiert:

Wir haben in diesem Jahr im Prinzessinnengarten ein Gartenrestaurant aufgebaut, dass die lokal produzierten Produkte direkt verarbeitet und zur Finanzierung des Gesamtprojekts beiträgt. Darüber hinaus haben wir eine Reihe von Ablegergärten in Kindergärten, Schulen und Hochschulen in Berlin gegründet. In einem typischen Berliner Wohnungskomplex haben wir in Zusammenarbeit mit einer Wohnungsbaugesellschaft ein Modellprojekt initiiert, bei dem ungenutze Innenhofflächen in nachbarschaftlich genutzte Gemüsegärten umgewandelt werden. Wir betreuen, beraten und begleiten eine Reihe weiterer Initiativen im Bereich urban gardening in unterschiedlichen deutschen Städten, darunter Gartenneugründungen in Hamburg und Köln. Auf bundesdeutscher Ebene arbeiten wir an der Entwicklung einer Beratungsstruktur zum Wissens- und Erfahrungsaustausch von unterschiedlichen Akteuren im Bereich neues urbanes Grün. Auf europäischer Ebene fördern wir die Vernetzung von Initiativen zur nachhaltige Stadtentwicklung u.a. durch eine internationale Workshopreihe mit dem Themenschwerpunkt informalle Bildung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Aktiv seit:

Den Prinzesinnengarten gibt es seit Sommer 2009

Beteiligte Personen:

Der Prinzesinnengarten ist ein partizipatives Projekt, das die unmittelbare Nachbarschaft ebenso einbindet wie Interessierte aus Mumbai, Mexiko City, Kapstadt oder New York. Neben den beiden Initiatoren gibt es eine Kerngruppe von etwa 20 Personen, die sich regelmäßig um den Garten kümmern. An einzelnen gemeinsamen Gartenbauaktionen nehmen bis zu 150 Personen teil.

Herausforderungen der Nachhaltigkeit, denen begegnet werden soll:

Der urbane Garten ist für uns ein Ort, der unterschiedlichste Menschen miteinander verbindet. Über Grenzen von Generationen, Kulturen und Lebensstilen hinweg wollen wir gemeinsam zukunftsweisende Handlungsformen einüben und für Fragen der lokalen Nahrunsmittelproduktion, des ökologischen Landbaus, der Biodiversität, der gesunden Ernährung, des Klimaschutzes und einer nachhaltigen Stadtentwicklung sensibilisieren. Dies versuchen wir im Rahmen eines sozialen Unternehmens dauerhaft umzusetzen.

Was konkret gemacht wird / werden soll, um dieser Herausforderung zu begegnen:

Der Prinzessinnengarten fungiert als Sozialraum und als Ort eines informellen Lernens. Darüber hinaus ist er Ermöglichungsraum für unterschiedlichste Kooperationen mit lokalen Trägern der Jugend-, Umwelt- und Sozialarbeit, mit Forschungsprojekten und mit Akteuren und Initiativen aus Kunst und Kultur. Wir arbeiten beispielsweise in Projekten und Workshops zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus dem Kiez, mit Berliner Imkern und mit internationalen Gartenaktivisten und -künstlern.

Wer angesprochen wird:

Wir verstehen uns selbst als leidenschaftliche Dilettanten sowie als dauerhaft Lernende und als solche sind wir angewiesen auf die Einbindung von Nachbarn, Interessierten, lokalen Trägern, Schulen und Universitäten. Wir hoffen so neue Formen urbaner Kooperationen und einen Austausch von vielen unterschiedlichen Menschen zu befördern.

Was bereits durch das Projekt erreicht wurde:

Wir haben bisher gezeigt, dass man mit wenig Kapital und Vorkenntnissen in kurzer Zeit einen fast vergessenen Ort in einen blühenden sozialen Garten verwandeln kann, wenn man Leidenschaft und Engagement mitbringt und auf die Unterstützung von zahlreichen Menschen bauen kann, die eine gemeinsame Idee teilen.

Nächste Schritte, Aktivitäten oder Meilensteine für die Zukunft:

Momentan ziehen wir mit unserem mobilen Garten in ein Winterquartier in einer fast leerstehenden Markthalle. Im nächsten Jahr wird es darum gehen, das gesamte Projekte zu konsolidieren. Mittelfristig werden wir uns um weitere Flächen, innovative Nutzingskonzepte und weitere lokale wie internationale Kooperationen bemühen, um Orte wie den Prinzessinnengarte zu einem selbstverständlichen Anblick in jeder Nachbarschaft zu machen.

Wünsche an den gesellschaftlich-politischen Rahmen:

Wünschenswert ist eine stärkere Unterstützung von und Vertrauen in die Leidenschaft und Erfindungskraft, die in Initiativen von Unten wächst.

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