Es gibt eine Vielzahl spannender und viel versprechender Impulse und Projekte, die den Gedanken der Nachhaltigkeit transportieren. Werkstatt N hat sie ausgezeichnet.
Die Initiative a tip: tap hat das Ziel, den Konsum von Leitungswasser zu fördern. Durch die Veränderung von Verhaltensmustern beim Wasserkonsum möchten wir eine am Prinzip der Nachhaltigkeit orientierte Lebensweise fördern und ein Bewusstsein für den eigenen Ressourcenverbrauch schaffen. Leitungswasser ist, weil es unter die Lebensmittelverordnung fällt, sehr gut kontrolliert. Verschmutzungen werden schnell aufgedeckt und behoben. Es werden weniger Ressourcen verbraucht und weniger klimaschädliches CO2 ausgestoßen, indem z.B. keine (Plastik-)Wasserflaschen hergestellt und transportiert werden müssen. Durch Aktionen wie z.B. dem ersten deutschen Wassermob schaffen wir Diskussions- und Gedankenanstöße und machen Möglichkeiten von nachhaltigen Lebensweisen sichtbar. Da es um Veränderungen im Verhalten und Lebensstil des Einzelnen geht, ist Partizipation ein wichtiger Bestandteil unserer Initiative.
Seit 2010
Unser Team besteht aus 12 Personen, die sich in Berlin, Bilbao und Wuppertal engagieren.
Am Beispiel von Leitungswasserkonsum zeigen wir auf, dass sich Verhaltens- und Konsummuster ändern lassen. Mit unserer Partnerinitiative „Agua del Grifo“ möchten wir die internationale Dimension der Problematik aufzeigen. Wir möchten mit unserer Initiative in Berlin und Bilbao auf lokaler Ebene den Konsum von Leitungswasser durch unterschiedliche Aktionen fördern und mehr Menschen für unsere Initiative und Ziele begeistern, da sie erst dann nachhaltig wirken kann.
Mit unserem "Wassermob" haben wir am 13. August 2011 im Bioladen Biosphäre in Berlin für einen Trinkwasserbrunnen geworben. Unser Wassermob orientierte sich am Konzept des Carrotmobs. Mit Aktionen wie einem Geschmackstest, Fotos und einem Wasserquiz war unser Ziel, eine Masse zu mobilisieren. Neben dem Trinkwasserbrunnen sind Informationskampagnen ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Mit neuen Medien sowie auf Flyern und Aufklebern klären wir über die Vorteile von Leitungswasserkonsum auf.
Bisher haben wir durch unsere Aktionen und Website vor allem bereits für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisierte Menschen erreicht. Generell richtet sich unsere Initiative vor allem an junge Menschen, deren Konsumverhalten noch nicht so stark gefestigt ist und die gerne neue Medien nutzen.
Mit unserer Website, dem Facebook-Auftritt und unserem Twitter-Account erreichen wir eine breite Öffentlichkeit. Am Tag unseres Wassermobs konnten wir in Berlin innerhalb eines halben Tages erfolgreich rund 350 Menschen in den Bioladen Biosphäre mobilisieren. Außerdem haben wir durch verschiedene Internetblogs zum Thema Nachhaltigkeit und zwei Artikeln in der taz auf uns aufmerksam machen können.
Nach unserem Wassermob und seiner Berichterstattung in der taz erhielten wir eine große Anzahl an Kooperationsanregungen mit interessanten Akteuren und konnten wichtige Gelder für unseren Trinkwasserbrunnen generieren. Somit haben wir unsere Vernetzung weiter ausgebaut. Auch unsere Kommunikationsmittel werden erfolgreich eingesetzt, was wir an der Frequentierung und den entstehenden Diskussionen und Beiträgen beobachten.
Wir vernetzen uns, um vom gegenseitigen Know-How zu profitieren. Kooperationen mit Wasserwerken, Initiativen und Unternehmen mit Bezug zu Wasser werden derzeit ausgelotet. Der Leitungswasserkonsum soll angeregt werden, indem wir die Gastronomie ermutigen, Leitungswasser auszuschenken und dies durch Sticker und eine Karte auf unserer Website zu kommunizieren. Durch eine weitere Aktion möchten wir über den wahren Wasserverbrauch von Produkten aufmerksam machen. Auch ein Fotowettbewerb ist geplant.
Wir möchten nachhaltige Verhaltensmuster beim Ressourcenverbrauch erreichen und möchten bei uns selbst anfangen. Leitungswasserkonsum und eine nachhaltige Ressourcennutzung sollen und müssen von Gesellschaft und Politik getragen werden, um erfolgreich zu sein. Wir hoffen, hierzu einen Beitrag leisten zu können. Leitungswasser soll öffentliches Gut werden und ohne Restriktionen überall verfügbar sein.
Kommentare
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare.
Kommentar hinzufügen